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Bremer Freiheit
Singwerk auf ein Frauenleben
Text von Rainer Werner Fassbinder, Libretto eingerichtet von Thomas Körner
CD
Komponist: Adriana Hölszky
Interpret: Klaus Bertram - Klaus Hierte - Grace Hoffman - Jan Konieczny - Hanna Liska-Aurbacher - Paul Mayr - Michael Pinkerton - Guy Renard - Nancy Shade - Marja-Leena Varpio - Ute Wille - Raymond Wolansky - Robert Wörle
Booklettextautor: Gerhard R. Koch
Dirigent: Andras Hamary
Orchester/Ensemble: ensemble avance
Nancy Shade (Geesche Gottfried) / Raymond Wolansky (Miltenberger) / Paul Mayr (Timm) / Grace Hoffman (Mutter) / Guy Renard (Gottfried) / Robert Wörle (Zimmermann) / Michael Pinkerton (Rumpf) / Klaus Hierte (Johann) / Klaus Bertram (Pater Markus) / Jan Konieczny (Bohm) / Marja-Leena Varpio (Luisa Mauer) / Ute Wille (Mezzosopran) / Hanna Liska-Aurbacher (Alt) / ensemble avance / Andras Hamary: conductor
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Heiter-gelassen bringt Geesche ihre Mitmenschen um die Ecke, Mordstation reiht sich an Mordstation - knapp und klar wie „Zehn kleine Negerlein“ - Lustig ist das Giftmordleben. An einem neoveristischen Reißer oder einem identifizierungsträchtigen Psychodrama oder einem ausgesprochenen Frauen-Opfer-Melodram war Adriana Hölszky nicht gelegen. Eher könnte man von fast spielerischer Verfremdung reden, einer Art Grandguignol-Operette.
Wer Fassbinder-Stücke kennt, weiß, dass sie in aller Regel kaum „realistisch" gar naturalistisch sind, sondern dass Stilisierung, obschon nicht im Sinne erhabener Klassizität, ihre raison d'être ist. Nur scheinbar handelt es sich um Menschen von Fleisch und Blut; in Wirklichkeit sind es eher Charaktermasken, darin generell Komödienfiguren ähnlich. In „Bremer Freiheit“ werden denn auch die Personen - mit Ausnahme Geesches - als „Marionetten der Unterdrückung“ gestaltet.
Gerade in Anbetracht des gewiss überaus grässlichen Geschehens gelingt Adriana Hölszky das eminente „Kunststück", alle Figuren und Vorgänge musikalisch mit höchster, förmlich „haptischer" Plastizität darzustellen - und zugleich spielerisch zu bleiben, etwa die bei Fassbinder angelegte Rondo-Struktur zu wahren, und eben darin geradezu ein Buffo-Element immer wieder aufscheinen zu lassen.
(aus dem Booklettext von Gerhard R. Koch)

Handlung
Geesche wird von ihrem besoffenen Mann und dessen besoffenen Freunden gedemütigt, gequält und vergewaltigt. Ihr Mann stirbt unter grässlichen Bauchschmerzen.
Geesches Vater diktiert ihr die Todesanzeige für den Schwiegersohn. Die Freunde wünschen Beileid. Gottfried übernimmt die Geschäfte und zieht zu Geesche.
Die Mutter verflucht Geesche, weil sie gottlos mit einem Mann zusammenlebt. Die Mutter stirbt.
Gottfried will sich wieder eine eigene Wohnung suchen, weil ihm die Kinder aus Geesches erster Ehe zu laut sind. Plötzlich sind die Kinder still.
Der Vater sagt sich von seiner Hurentochter los.
Gottfried beschimpft Geesche, die von ihm ein Kind erwartet. Plötzlich fühlt er sich sterbenselend. Gerade noch vor seinem Tod wird die Trauung vollzogen. Geesche beichtet dem Pater, dass sie ihn vergiftet hat.
Der Vater will sie mit seinem Neffen verheiraten. Geesche lehnt ab. Vater und Neffe sterben.
Geesche führt ihr Geschäft alleine. Es geht sehr gut. Trotzdem will Zimmermann das Geld, das er ihr geliehen hat, zurück. Er stirbt.
Geesches Bruder Johann kommt aus dem Krieg zurück. Er will die Firma seines „armen Schwesterleins übernehmen und ihr einen Mann suchen. Aber der Mann, den Geesche im Herzen trogen möchte, ist noch nicht geboren. Johann stirbt.
Freundin Luisa macht einen Besuch. Sie hält Geesches Vergiftung für einen gelungenen Scherz. Sie stirbt aber wirklich.
Rumpf endlich hat die Kugeln im Kaffee entdeckt und untersuchen lassen. Jetzt wird Geesche sterben.

Pressestimmen:
"Adriana Hölszkys erste Oper ist glänzend gelungen: ein aberwitziges Pandämonium, horrorhaft heiter - ein wahrhaft vital giftiger Totentanz, dicht gefügt und luftig zugleich."
(Gerhard R. Koch, FAZ)

"Nach einer ersten Begegnung möchte man nur zu behaupten wagen, Adriana Hölszky sei eine außerordentliche Musikerin, ihre 'Bremer Freiheit' ein starkes Stück mit festen Regeln und die unmittelbare Erschütterung, die von ihm ausgeht, Kunst unserer Zeit, auf den Regeln unserer Vergangenheit gebaut."
(Franz Endler, Kurier)

"Dieses 'Singspiel' erscheint repertoirefähig um so mehr, als die Komponistin keinen Neo-Expressionismus kreiert, sondern ihre Ausdrucksfähigkeit aus eigenen Quellen schöpft."
(Gisela Gronemeyer, MusikTexte)

"... Und die Musik vor allem: das ist ein wilder Malstrom, der mit seiner elementaren Gewalt, mit grellen Klangentladungen und heftig gezackten Vokallinien den Zuhörer unter sich begräbt ... Am Ende verlässt man das Theater verwirrt und erschlagen, aber ganz auf der Seite der Geesche Gottfried ..."
(Neue Zürcher Zeitung)

Inhalt:
Bremer Freiheit. Singwerk auf ein Frauenleben
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Bremer Freiheit
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