Schon Augustinus riet seinen Zeitgenossen, "im inneren Menschen" die Wahrheit zu suchen. Von solcher Innerlichkeit scheint die Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts weit entfernt. Auf dieser sechsten und damit zunächst vorletzten CD in der Reihe Edition musikFabrik haben sich die drei Komponisten Mark Andre, Kaija Saariaho und Ian Willkock auf ihre Weise dem „Inneren“ angenähert.
Mark Andre sucht auf seinem Weg "nach innen" – so der Titel seines Werkes "ni" in ausgeschriebener Form – nach existenziellen Klangsituationen. Wie Andre hat auch die finnische Komponistin Kaija Saariaho sich mit der inneren Beschaffenheit der Klänge befasst. Ihre Musik entsteht aus dem Reichtum spektraler Harmonien und stellt sich der Aufgabe, eine ganz alte Geschichte neu zu erzählen: das Violinkonzert als Gralslegende. Ein ganz anderer Aspekt des Innenlebens kommt im Werk von Ian Willcock zum Tragen. Er besucht den Entdecker des Unbewussten, Sigmund Freud, am Sterbebett. Freuds Blicke "nach innen" haben zu Beginn des 20. Jahrhunderts gezeigt, dass es dort mehr zu entdecken gibt, als die Wahrheit: das Phantasma.
Inhalt:
Ian Willcock: Grave für Ensemble
Mark Andre: ni für 14 Instrumente
Kaija Saariaho: Graal théâtre für Violine und Kammerensemble