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Monteverdi, Claudio
Claudio Monteverdi, bedeutender Komponist des Frühbarock, der als Begründer der Gattung Oper gilt.

Leben:
Monteverdi studierte 158290 in Cremona bei Marc' Antonio Ingegneri (*um 1547, 1592), dem Kantor der Kathedrale, und stand seit 1590 im Dienst der Gonzaga in Mantua (ab 1602 Hofkapellmeister). 1607 wurde hier seine Favola per musica »Orfeo« aufgeführt, die die stilistische Entwicklung seiner Madrigale bis zum fünften Buch (1605) aufgreift und den eigentlichen Beginn der Gattung Oper markiert. Für die für 1608 vorgesehene Hochzeit von Francesco Gonzaga (1612) mit Margareta von Savoyen (1655) schrieb Monteverdi die Oper »L'Arianna« (in fünfstimmiger Bearbeitung im sechsten Madrigalbuch, 1614), von der nur das »Lamento« erhalten ist, und »Il ballo delle ingrate« (1608). 1608 ging er nach Cremona und reichte nach dem Tod Vincenzo Gonzagas (*1562, 1612) seinen Rücktritt ein. 1613 ernannten ihn die Prokuratoren in Venedig zum Maestro di cappella an San Marco. Mit Mitteln des Adels wurden seit 1637 Opernhäuser erbaut, in denen nach einer Reihe nicht erhaltener dramatischer Werke 1640 »Il ritorno d'Ulisse in patria« und 1642 »L'incoronazione di Poppea« aufgeführt wurden. Nach dem Auftreten der Pest in Venedig wurde Monteverdi Priester. Er starb im Anschluß an eine weitere Reise nach Mantua und Cremona.

Werk:
Im Werk Monteverdis verbindet sich das Erbe der klassischen Vokalpolyphonie mit dem neuen Stil der Monodie. Schon in seiner Zeit weithin berühmt, zeigen die Opern »Orfeo« und »L'Arianna« gegenüber dem Deklamationsstil der Florentiner Frühoper (Ende des 16.Jh.) kühne Neuerungen: Lebendige Führung der Singstimme, eindringliche Monologe, dramatisch akzentuierte Ensembles und Chöre, farbige Orchestergestaltung sind Merkmale eines Opernstils, der auf der Grundlage sorgsam ausgewählter Texte zu reicher Entfaltung der musikdramatischen Gehalte führt. Mit den Spätwerken legt Monteverdi den bis in das 18.Jh. verbindlichen Operntyp fest. Er steht in der Ausprägung der Stilmittel mit dem vorausgegangenen Madrigalschaffen in engem Zusammenhang.
Monteverdis geistliche Musik vollzieht z.B. in den »Sacrae cantiunculae« (1582), den »Madrigali spirituali« (1583) und der »Selva morale e spirituale« (1641) den Übergang vom A-cappella-Satz zu den instrumental begleiteten Gattungen des vokalen Kammerkonzerts und der Kantate und regte damit auch die deutsche Musik nachhaltig an (v.a. Heinrich Schütz). Monteverdis Gesamtwerk wurde zu Beginn des 20.Jh. wiederentdeckt; frühe Aufführungsversuche machten Monteverdis Musik zum Vorbild, u.a. für Benjamin Britten, Luigi Dallapiccola, Ernst Krenek und Carl Orff.
Werke:
Weltliche Vokalmusik: Canzonette a tre voci (1584); Madrigale (im Druck erschienen), Buch 19 (15871643, letztes Buch posthum); Scherzi musicali a tre voci (1607, 1632).
Geistliche Vokalmusik: Sacrae cantiunculae (1582); Sanctissimae virginis missa und Marien-Vesper (1610); Messe (1631, mit dem siebenstimmigen Gloria, gedruckt 1641); Selva morale e spirituale (164041); Litanie della Beata Vergine (posthum 1651).
Diskografie / Weitere Werke
MagnifiCathy - The Many Voices of Cathy Berberian
CD
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